Entlang der Bückeburger Aue - Eine Wanderung mit Historischem Hintergrund am 22.05.2016

Die Luhdener wissen bereits seit vielen Jahren, dass ein Wanderung unter Leitung von Fritz Schmidt alles hält, was sie verspricht: wunderschöne Natur, geprüfte Begehbarkeit der Strecke, hervorragend recherchierte Hintergrundinformation, gespickt mit geschichtlichem Wissen und natürlich viel Geselligkeit und Spaß. 

Da die Sonne in diesem Jahr mit von der Partie war, folgten fast 40 Interessierte der Einladung zur Wanderung. Pünktlich um 11.30 Uhr begrüßte Vizebürgermeister Hartmut Büscher die bunt gemischte Gruppe aus Männern, Frauen und Kindern an der Sporthalle.

Fritz Schmidt betonte zu Beginn, es handele sich dieses Mal nicht wie sonst um einen „Schnatgang“. Der Ausdruck „Schnatgang“ oder „Snatgang“ kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie „Grenzgang“. Da aber nach acht Jahren alle Grenzen Luhdens unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten bereits erwandert waren, stand diese neunte Wanderung nun unter dem Thema „Die Bückeburger Aue – eine Wanderung mit historischem Hintergrund“.

Um die Streckenlänge in einem übersichtlichen Rahmen zu belassen, der Quelle aber so nah wie möglich zu kommen, wurde die wanderlustige Gruppe zunächst mit einem Bus nach Rolfshagen gebracht. Die „Aue“ entspringt im nach ihr benannten Auetal, am Fuße des Süntels, südlich von Hattendorf, in einer unterirdischen Quelle. In Rolfshagen hat ihr Wasser also bereits etwas über zwölf Kilometer zurückgelegt. An einer idyllisch gelegenen Brücke, nahe des Bernser Eisenhammers machte die Luhdener Gruppe ihre erste Station und Fritz Schmidt erzählte von der Geschichte des Gewässers. Das Gefälle der Aue wurde in früheren Jahren genutzt, um über ein Wasserrad Eisenhämmer oder Mühlen zu betreiben. Sie wurden über Stichkanäle von dem Auewasser angetrieben. 

So ging die Wanderung durch Feld und Flur, vorbei am „Rolfshäger Eisenhammer“, der „schwarzen Mühle“, der „Ahrensburger Papiermühle“ und der „Schlingmühle“ in Buchholz – immer die Aue in Sichtweite und manchmal zum Greifen nah. 

Die Mühlen und Eisenhammer dieser Region blicken auf eine jahrhundertalte Geschichte zurück. Mit Einzug der maschinellen Fertigung von Papier und Metallwerkzeugen, sowie der industriellen Verarbeitung von Getreide, stellten sie jedoch ihre Arbeit in den 1960er und 70er Jahren ein.

Obwohl die Strecke nicht anstrengend zu begehen war, wurde von den Luhdenern auf ihrem Weg gerne jedes überflüssige Bekleidungsstück abgelegt. Alle freuten sich, über kühle Getränke während der erholsamen Pause an der Schlingmühle. Das wunderbare frühsommerliche Wetter, die Geräusche der Natur, der Geruch vieler duftender Blumen am Wegesrand und zwischendurch das Plätschern der Aue machten diese Wanderung für alle Teilnehmer zu einem Sonntagsspaziergang der ganz besonderen Art.

Gegen 15 Uhr erreichte die Gruppe gut gelaunt ihr Ziel. Am Luhdener Gasthaus „Zur Erholung“ wurden die Wanderer bereits von Hartmut Büscher und der Familie Thies erwartet. Bei Grillgut, kühlen Getränken und geselligen Gesprächen fand der Ausflug seinen Abschluss. Alle Teilnehmer, vom Jüngsten (5 Jahre) bis zum Ältesten (85 Jahre) waren sich einig: Das war ein gelungener Tag, der im nächsten Jahr hoffentlich eine Wiederholung findet.

Text: Anja Hillmann, Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung

Fotos: Anja Hillmann, Peter Zabold und Fritz Schmidt 

Erklärungen zu den einzelnen Stationen der Wanderung mit Historischem Hintergrund finden Sie per Klick auf folgende Grafik:

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