Historische Wanderung "Der alte Kirchweg von Luhden nach Petzen"

 

Nachdem in den vergangenen Jahren unter der Führung von Fritz Schmidt die Grenzen der Gemeinde Luhden abgegangen wurden, galt es in diesem Jahr eine erneute Wanderung zu machen, am besten etwas mit einem historischen Hintergrund. So fand auf Anregung von Fritz Schmidt am Sonntag, 29. April 2012 eine Wanderung auf dem "Alten Kirchweg“ statt, an der neben Pastor Koller auch wieder zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner sowie einige Kinder teilnahmen.

Der “Alte Kirchweg“ (Dä oule Kerkwech) ist vielen Luhdenern seit ihrer Kindheit ein Begriff. Für viele war es aber immer der alte Kirchweg von Luhden nach Kleinenbremen. In einer Ausarbeitung von Heinrich Meier über die Flurnamen von Luhden stand auch etwas über "Dä oule Kerkwech“, dieser Weg führte aber von Luhden nach Petzen. In dieser Ausarbeitung  steht auch, das Luhden bis zum Jahre 1700 zur Kirchengemeinde Petzen gehörte.

Der ehem. Luhdener Lehrer Mühlenberg soll schon im Jahre 1909 geschrieben haben: "1483 wird in Kleinenbremen eine neue Kirche gebaut. Die Luhdener werden von Petzen nach Kleinenbremen umgefarrt". Diese Jahreszahl wurde auch von Herrn Döring in der Festzeitschrift zum 25-jährigen Jubiläum des Kirchenzentrums im Jahr 2002 aufführt.

In der Luhdener Chronik hat man es so umschrieben: Als im Jahr 1483 eine neue Kirche in Kleinenbremen eingeweiht wurde, war dies mit großer Sicherheit eine passende Gelegenheit, die Luhdener von Petzen nach Kleinenbremen umzufarren. In der Chronik steht auch, dass Luhden im Jahre 1582 zu Kleinenbremen gehörte. Herr Voigt, der viele alte Schriften für die Luhdener Chronik übersetzt hat, meint, dass Luhden auf jeden Fall im Jahre 1629 zu Kleinenbremen gehörte. Aber all diese Jahreszahlen sind bis heute nicht sicher belegt.

Erst ab dem Jahre 1609 wurden Kirchenbücher geschrieben. Alles was vorher war sind mündliche Überlieferungen. Das Luhden in früheren Jahren zu Kirche Petzen gehörte, ist wohl sicher. Luhdener sollen in Petzen beerdigt worden sein und Luhdener Bürger mussten an die Kirche Petzen bezahlen, meist in Naturalien. Sogar im Jahre 1629, als Luhden offensichtlich schon zur Kirche Kleinenbremen gehörte, musste der Hof Luhden Nr. 8 immer noch Naturalien beim Pfarrer in Petzen abliefern. So ist es im Güterverzeichnis der Kirche Petzen nachzulesen.

Fritz Schmidt hat lange versucht, Kartenmaterial über einen alten Weg von Luhden nach Petzen zu bekommen. Doch auch über ein dutzend alter Landkarten oder Kartenausschnitte haben es nicht möglich gemacht, den richtigen Weg zu finden. So wurde am Sonntag versuchen, den kürzesten Weg zu gehen, der nahe der Luftlinie Luhden-Petzen liegt. Diese Strecke war ca. 11 Km lang. In Kleinenbremen und Röcke wurde eine Rast eingelegt. Alle Teilnehmer wurden mit Getränken versorgt, die der ehemalige Ratsherr Karl-Heinz Ahldag dort bereit hielt.

In Petzen angekommen, empfing Pastor Heinz Schultheiß die Wanderer. In einer amüsanten und kurzweiligen Rede gab Pastor Schultheiß viele historische Fakten über das Gotteshaus in Petzen zum besten. Am Ende sangen alle Teilnehmer gemeinsam mit Pastor Koller ein Lied, bevor es mit einem Bus zurück nach Luhden ging. Mit einem abschließenden Grillen in der Gaststätte "Zur Erholung" klang ein schöner Sonntag aus.

 

Unser Dank gilt Frank Simon und Fritz Schmidt für die Überlassung der Bilder!

 

      

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